Bei den tiefenpsychologischen Therapieformen (zum Beispiel der Psychoanalyse) wird es als wichtig angesehen, die Ursachen, die hinter einer jeweiligen Problematik stehen, zu erkennen um dann das Problem zu lösen.
Die lösungsorientierte Therapie, nach Steve de Shazer & Insoo Kim Berg, wendet sich direkt der Lösung zu.
Es handelt sich um ein Modell aus den systemischen Therapieformen. Es wird, ähnlich wie in der humanistischen Psychologie (Carl Rogers) davon ausgegangen, dass jeder Mensch, bzw. jedes System über ausreichende Möglichkeiten (Ressourcen) verfügt, um die Probleme zu lösen.
Es geht also im Grunde darum, die Ressourcen zu "aktivieren" um die entsprechenden Lösungen zu erreichen.
Der Fokus wird also in der Therapie auf die Ressourcen und die Lösung (weniger auf das Problem) gerichtet.
Die Theorie der Kurzzeittherapie geht davon aus, daß auch in komplexen Situationen bereits kleine Veränderungen (im Verhalten des Klienten) zu einem Verbreitungseffekt führen, der weitreichende Veränderungen im Verhalten aller übrigen im System Beteiligten nach sich ziehen kann.
Durch die Fokussierung auf die Fähigkeiten und Ressourcen des Klienten wird dieser dazu angehalten, seine Aufmerksamkeit vom Problem und der Annahme einer Unabänderlichkeit wegzu vergegenwärtigen, daß er über autonome Möglichkeiten verfügt, die zu einer Lösung führen können.
Da keine "Vergangenheitsbewältigung", "Aufdeckung" und "Analyse" betrieben wird, sondern Gegenwarts- und Zukunftsgestaltung stattfindet, lässt sich oft schon in wenigen Sitzungen ein befriedigender Lösungsweg erarbeiten.